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Collegium Musicum CM Berlin

DIE GESCHICHTE DES COLLEGIUM MUSICUM

Nach dem letzten Krieg gab es in den Westsektoren von Berlin zunächst zwei Einrichtungen mit dem Namen Collegium Musicum: an der weiterbestehenden Technischen Universität und seit 1948 auch an der neu errichteten Freien Universität.

Geschichte01

Unter der Leitung des damaligen Dirigenten des Chores der St.-Hedwigs-Kathedrale, Msgr. Karl Forster, vereinigten sich diese beiden Ensembles 1954 zum Collegium Musicum vocale et instrumentale der Berliner Universitäten FU/TU. Dies wirkte regelmäßig bei den damals üblichen Immatrikulations- und Inaugurationsfeiern mit, umrahmte externe Feierlichkeiten und gestaltete die Weihnachtskonzerte der Universitäten (das Bild links zeigt die Eröffnung des Henry-Ford-Baus der FU 1954). Das Repertoire bestand vorwiegend aus Werken des Barock und der Frühklassik.

Geschichte02

Diese Tradition wurde auch unter dem langjährigen Leiter des RIAS-Kammerchores Günther Arndt fortgeführt, der in der Zeit von 1965 bis 1974 als Universitätsmusikdirektor tätig war. In dieser Zeit etablierten sich die jährlichen Arbeitstagungen auf der Burg Fürsteneck (links ein Bild aus dem Jahr 1972). Nach einer Übergangszeit mit den Dirigenten Helmut Timpelan und Detlef Schönewald ging die Leitung 1977 in die Hände von Winfried Radeke über, dem Gründer und Leiter der "Neuköllner Oper".

1989 übernahm Manfred Fabricius die Gesamtleitung des Collegium Musicum. Seit dieser Zeit erweiterte sich die Zahl der Ensembles um ein weiteres Sinfonieorchester sowie denKammerchor. Seit 1975 gibt es auch eine Art Selbstverwaltung der Mitglieder mit einem jährlich gewählten Leitungsgremium, das in Fragen wie Programmplanung oder Neuwahl eines Dirigenten Mitspracherecht hat. Im Sommer 2011 wurde Donka Miteva zur Leiterin aller Chöre und Orchester gewählt.

Geschichte03

In den letzten dreissig Jahren ist eine Verlagerung der musikalischen Tätigkeit und des Repertoires zu beobachten. Nicht zuletzt durch die intensive Arbeit an den deutschen Musikschulen hat es im Orchester einen stärkeren Zustrom von musikalisch gut ausgebildeten Studierenden gegeben, und auch der Chor wuchs parallel zur Gesamtentwicklung an den Universitäten zahlenmäßig an. Dadurch konnte sich das Repertoire um die Werke der Romantik erweitern, die heute den Schwerpunkt der musikalischen Arbeit bilden. Der damit verbundene Probenaufwand erlaubt allerdings meist nur noch ein Konzert zu Semesterende. Für die beiden großen Ensembles findet dieses regelmäßig im Großen Saal der Berliner Philharmonie statt. Das Sinfonieorchester wurde 1986 beim ersten Deutschen Laienorchesterwettbewerb mit der höchsten Leistungsstufe ausgezeichnet. Seit 1998 gibt es die Reihe „Oper konzertant“, in der bisher Werke von Bizet (das Bild zeigt „Carmen“), Tschaikowski, Boito und Rossini aufgeführt wurden.

Geschichte04

Verschiedentlich wurde auch mit anderen Institutionen zusammengearbeitet wie amnesty international, dem Türkischen Arbeiterchor oder Aktion Sühnezeichen. An sonstigen Aktivitäten sind die Probenwochenenden zu nennen, die jeweils im Sommersemester außerhalb von Berlin stattfinden. Außerdem sollen die Konzertreisen nicht unerwähnt bleiben. Sie führten nach Österreich (1975, 1991, 1997), in die Türkei (1976), nach Polen (1980, 2000, 2015), Ungarn (1983), in die Sowjetunion (1989), nach Spanien (1992, 2015), Frankreich (1992, 1995, 1998, 2000, 2004, 2007, 2008), in die Schweiz (1995), nach Italien (1997, 1999, 2002), nach Tschechien (2014), Bulgarien (2012, 2014) und Kuwait (2006, das Bild zeigt das Konzert im Forum des Arab Fund). Viele Reisen waren Austauschprojekte mit Gegenbesuchen der Partner in Berlin. Sie sind vom Deutschen Musikrat, dem DAAD, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk, Jeunesses Musicales Berlin, dem Chorverband Berlin, dem Förderverein Collegium Musicum sowie dem Emirat Kuwait und natürlich von den beiden Berliner Universitäten FU und TU finanziell gefördert worden.